My Job Went To India, Chad Fowler
19. Januar 2006 von Ralph Bergmann in Allgemein
Hier die Präsentation zu unserer heutigen Buchbesprechung. Das Buch kann man direkt bei Amazon bestellen. Weiterhin findet man bei SYS-CON.TV ein sehr nettes Interview mit Autor Chad Fowler.
Januar 22nd, 2006 at 12:32
Fowlers Buch “My Job Went to India” ist ein konstruktiver, erfrischender
Beitrag, auch wenn sein ‘Positivismus’ manchmal nicht ganz so glatt
runtergeht bei Profis, die mit dem Tagesgeschäft schon voll beschäftigt
sind.
Wie, ständig neue Tools und andere Mätzchen lernen, und jetzt auch noch
mit Indern konkurrieren, und das in meiner Freizeit? Ist das nicht die
Aufgabe meiner Chefs? Reicht es denn nicht, wenn ich ein Diplom habe und
meine Arbeit mache?
Der Witz ist doch, dass die Globalisierung längst stattgefunden hat, und
dass Länder wie “Exportweltmeister” Deutschland zu den grössten
Gewinnern zählen. Globalisierung steckt im Germüseregal, im Tank des
Autos und der Müslischüssel, die wir mal eben für 75 cent in einem der
Geiztempel abgegriffen haben. Bei unseren Grosseltern wurde Porzellan
noch vererbt. Der Unterschied ist ‘Globalisierung’.
Wir haben Frieden in Europa, weil die Völker gelernt haben miteinander
zu handeln, und einigermassen fair miteinander auszukommen.
Ist es nun ‘fair’, wenn ein Inder für 10% meines Gehalts arbeitet? Fair
für wen? Ist es ‘fair’, wenn Völker, die Öl haben, davon reich werden?
Sollten sie es uns schenken? Würden wir ihnen unsere Kohle schenken?
Oder unser Know-How? Und warum sollten wir? Und warum sollten Menschen
die Exportwaren kaufen (die unseren Wohlstand finanzieren), wenn wir
sonst mit ihnen nichts zu tun haben wollen? Wäre es ‘fair’, das von
ihnen zu erwarten?
Wir haben etwas miteinander zu tun, ob wir das wollen, oder nicht.
Quantitative Untersuchungen von Psychologen belegen, dass das Gefühl von
Machtlosigkeit und Ausgeliefertsein grossen Stress, bis hin zu massiven
gesundheitlichen Problemen hervorruft.
Deswegen ist Fowlers Buch so wichtig:
Es beschreibt einen unausweichlichen Wandel, aber auch, dass wir ihm
nicht hilflos gegenüberstehen. Wir können etwas tun. Und das ist
unendlich viel mehr, als zu jammern.